Auf leisen Pfoten in eine sichere Zukunft
Hintergrund
Wildkatzen sind scheue Waldbewohner, von denen man glaubte, sie seien in Deutschland nahezu ausgestorben. Der Bund Naturschutz in Bayern e. V. befand, bei der 1984 angelaufenen Wiederansiedlung der Europäischen Wildkatze ausschließlich auf Tiere aus menschlicher Obhut zurückzugreifen. Bis 2008 wurden 407 Wildkatzen im Rahmen des Zucht- und Auswilderungsprojektes in die der Rhön angrenzenden Naturräume Hassberge und Spessart ausgewildert (Vgl. Worel, G. (2009): Erfahrungen mit der Wiederansiedlung der Wildkatze in Bayern. In: Fremuth, W. et al.:(Hrsg.): Zukunft der Wildkatze in Deutschland– Ergebnisse des internationalen Wildkatzen-Symposiums 2008 in Wiesenfelden, Initiativen zum Umweltschutz 75, Berlin, 5-9.).
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Neben den Lockstocknachweisen im Rahmen des BUND Projektes „Rettungsnetz für die Wildkatze“ ließ die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) auch die Eignung der Rhön als Habitat, bzw. als Wanderkorridor für Wildkatze und Luchs im Rahmen von drei Diplomarbeiten untersuchen. Nach den positiven Ergebnissen der Untersuchungen und dem im Jahr 2007 erstmalig nachgewiesenem Vorkommen der Wildkatze im Biosphärenreservat Rhön rief der Verein RhönNatur e.V. gemeinsam mit der ZGF und der Allianz Umweltstiftung 2008 das Projekt „Die Wildkatze in der Rhön – Auf leisen Pfoten in eine sichere Zukunft“ ins Leben.
Ziele
Das Rhöner Wildkatzenprojekt hat zum Ziel, die Rhöner Wildkatzenpopulation im gesamtdeutschen Kontext zu analysieren, Wanderbarrieren und lebensraumschädliche Strukturen für die Zielart Wildkatze zu identifizieren sowie Maßnahmen zur Habitatverbesserung und zum Biotopverbund umzusetzen.
Das Projekt hat eine Laufzeit bis Mai 2012 und wird in enger Abstimmung mit dem BUND, bzw. dem BN Bayern und den Verwaltungsstellen des Biosphärenreservates Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen umgesetzt.
Inhalte
Um die Populationder Wildkatze zu sichern
bzw. zu vergrößern, sind Strukturen in der Landschaft nötig, die es den Individuen ermöglicht, geschützt zu wandern, denn nur so können neue Lebensräume besiedelt werden.
Im Wildkatzenprojekt Rhön sind neben der wissenschaftlichen Analyse der Rhöner Wildkatzenpopulation deshalb auch Maßnahmen zur Biotopverbesserung in Wäldern und zur Vernetzung von Lebensräumen geplant. Diese Maßnahmen kommen neben der Wildkatze auch vielen anderen Wildtierarten und dem Naturhaushalt insgesamt zu Gute.
Folgende Projektinhalte werden durchgeführt:
- Langzeitbeobachtung Wildkatze Rhön – Lockstockmethode
- Förderung des Strukturreichtums im Wald
- Vernetzung von Waldgebieten
- Gestaltung von Übergangszonen von Wald und Offenland
- Information und Öffentlichkeitsarbeit
- Umweltbildung

